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Dienstag, 28. Oktober 2014

Kleine Fehler beim Lernen sind gut fürs Gedächtnis

Wer beim Raten knapp daneben liegt, baut sich langfristig Stützen auf

Lernender Senior: Fehler können helfen
(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

Toronto (pte001/28.10.2014/06:00) - Kleine Fehler beim Lernen können letztlich helfen, sich etwas zu merken - allerdings nur, wenn der falsche Tipp von der Idee her zur richtigen Lösung passt. Das hat eine aktuelle Studie von Baycrest Health Sciences ergeben. Dieses Lernen mit Versuch und Irrtum funktioniert nicht nur bei jungen Menschen gut, sondern ebenso bei Senioren. Letzteres widerspricht gängigen Lehrmeinungen und könnte daher Auswirkungen darauf haben, wie ältere Menschen ihr Gedächtnis trainieren.

Die Forscher haben 65 jungen Erwachsenen (Altersschnitt 22) und 64 Senioren (Altersschnitt 72) beim Lernen mittels Versuch und Irrtum studiert. "Zufälliges Raten scheint der späteren Erinnerung an die richtige Antwort nicht zu helfen, aber knapp daneben liegende Rateversuche fungieren als Sprungbrett für das Abrufen der richtigen Information", fasst Andrée-Ann Cyr, Doktorandin bei Baycrest und an der University of Toronto. Das gilt der Untersuchung zufolge für Erwachsene jeden Alters - aber mit der Einschränkung, das ein Tipp von der Bedeutung her und nicht nur lexikalisch-abstrakt zur richtigen Antwort passen muss.

Rosige Verbindungen

Für den Test wurden die Probanden gebeten Begriffe wie "Rose" zu lernen, für die sie zunächst einen groben Oberbegriff ("Blume") oder aber den Wortstamm ("Ro-") kannten. In der Hälfte der Fälle haben die Testpersonen das gesuchte Wort direkt erfahren, sonst mussten sie es erraten. Bei einem späteren Gedächtnistest hat sich gezeigt, dass sich die Teilnehmer immer dann am besten an Begriffe erinnern, wenn sie diese über verwandte Begriffe erraten haben, wie beispielsweise den Blumen-Tipp "Tulpe". Das Raten über den Wortstamm und völlig unpassende Begriffe ("rope", engl. Für Seil) dagegen hat die Gedächtnisleistung sogar verschlechtert.

Cyr und ihre Kollegen vermuten, dass das daran liegt, wie das Gehirn Informationen sortiert, nämlich nach konzeptioneller Verwandtschaft und nicht nach lexikalischer Nähe. Falsche Tipps dürften daher nur dann zur Stütze werden, wenn sie von der Idee her mit der richtigen Antwort etwas gemein haben - wie die Früchte "Birne" und "Apfel" oder eben die Blumen "Tulpe" mit der "Rose". Durch das Lernen mittels Versuch und Irrtum wiederum denkt man intensiver über die Information nach und stellt daher Verbindungen her, die dem Gedächtnis helfen. Das Raten über den lexikalischen Wortstamm dagegen schadet eher, weil es keine wirklich sinnvolle Verbindung gibt.

Raten hilft in jedem Alter

Den Baycrest-Forschern zufolge ist besonders beachtenswert, dass sich das Raten anhand der Begriffsgruppe für beide Altersgruppen bewährt hat. Demnach scheint das Altern sich nicht darauf auszuwirken, wie wir durch Versuch und Irrtum lernen. Deshalb könnten die Ergebnisse profunde Auswirkungen haben. "Sie stellen traditionelle Ansichten über die besten Methoden der Gedächtnis-Rehabilitation bei gesunden Senioren auf den Kopf", betont Baycrest-Forscherin Nicole Anderson, Professorin für Psychologie und Psychiatrie an der University of Toronto. Vorherrschende Lehrmeinung ist nämlich, dass ältere Menschen das Lernen durch Versuch und Irrtum eher vermeiden sollten.


Dieser Artikel wurde von pressetext.austria veröffentlicht und ist unter http://www.pressetext.com/news/20141028001 abrufbar.

Montag, 15. September 2014

Alzheimer: Gehirn gleicht Schäden teilweise aus

Amyloidablagerungen entscheidend - Geistige Aktivität im Alter wichtig

Gehirn: Schäden sind teilweise ausgleichbar
(Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)

Berkeley (pte010/15.09.2014/10:14) - Das Gehirn kann einige durch Alzheimer hervorgerufene, frühe Veränderungen ausgleichen, wie die University of California ermittelt hat. Das Team um William Jagust fand heraus, dass manche Menschen in der Lage sind, zusätzliche Ressourcen zu schaffen, um ihre Denkfähigkeit zu erhalten. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Ergebnisse neue Einblicke ermöglichen, warum die Krankheit bei manchen Menschen mit frühen Symptome fortschreitet.

An der aktuellen Studie nahmen 71 Erwachsene ohne Anzeichen eines geistigen Verfalls teil. Gehirnscans zeigten, dass 16 der älteren Teilnehmer über Amyloid­ablagerungen verfügten, also jene Protein­plaquen, die als ein Kennzeichen von Alzheimer gelten. Alle Teilnehmer wurden ersucht, sich eine Reihe von Fotos im Detail zu merken. Währenddessen wurde mit Scannern ihre Gehirnaktivität beobachtet.

Gedächtnistests im Fokus

Zuerst wurde nach der Hauptaussage der Fotos gefragt und später nach Details aller gesehenen Bilder. Beide Gruppen schnitten laut einem Bericht in Nature Neuroscience bei diesen Tests gleich gut ab. Die Teilnehmer mit Amyloidablagerungen wiesen jedoch beim Erinnern von Details eine höhere Gehirnaktivität auf.

Die Wissenschaftler gehen aus diesem Grund davon aus, dass die Gehirne der Probanden teilweise über die Fähigkeit verfügen, sich an frühe Schädigungen anzupassen und sie auch auszugleichen. Jagust vermutet, dass insbesondere Menschen, die ihr Leben lang geistig sehr aktiv waren, auch besser in der Lage sind, sich möglichen Schädigungen anzupassen.


Dieser Artikel wurde von pressetext.austria veröffentlicht und ist unter http://www.pressetext.com/news/20140915010 abrufbar.

Freitag, 18. April 2014

Bildung

Auch Jahre später ein Verbündeter unseres Gehirns!

Senioren profitieren noch Jahrzehnte nach ihrer Schulzeit
(Foto: HappyNeuron.de)

Lernen ist eine hervorragende Übung für das Gehirn, aber bis zu welchem Alter hält die Wirkung an? Mit dieser Frage hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern beschäftigt und herausgefunden, dass Bildung sich auch langfristig positiv auf unser Gehirn auswirkt. Demnach profitieren Senioren auch noch Jahrzehnte nach ihrer Schulzeit von besseren kognitiven Funktionen.

Studie

Das Team unter der Leitung von Nicole Schneeweis der Universität Linz (Österreich) hat zu diesem Zweck die intellektuellen Fähigkeiten einer Gruppe von Senioren desselben Alters, jedoch mit unterschiedlichem Bildungsniveau untersucht.

Die verwendeten Daten stammen aus der SHARE-Studie (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe), die sich mit Gesundheit, Alterung und Rente in Europa beschäftigt. Das Linzer Forscherteam wählte Daten über Senioren im Alter von etwa 60 Jahren aus, die eine unterschiedlich lange Schulbildung genossen hatten, wobei Personen nicht berücksichtigt wurden, die sich bewusst für eine längere Schullaufbahn entschieden hatten (obligatorische Schulreform in den 50er und 60er Jahren). Mit diesem zweiten Kriterium sollte verhindert werden, dass kognitive Persönlichkeitsmerkmale die Ergebnisse beeinflussen und Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Bildung auf das Gehirn verhindern.

Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass Bildung die kognitiven Funktionen zumeist signifikant verbessert und dass dieser Effekt auch im Alter anhält. Mit anderen Worten: Die Personen, die länger zur Schule gegangen sind, erzielten bessere Ergebnisse bei Gedächtnisübungen. Darüber hinaus konnte in der Studie ein Schutzeffekt von Bildung nachgewiesen werden: Bildung scheint den kognitiven Abbau, insbesondere der Sprachgewandtheit, zu verlangsamen.

Demnach würden demografische Veränderungen stärker vom gesundheitlichen und geistigen Zustand abhängen als vom genauen Alter der Bevölkerung.

Quelle: Nicole Schneeweis et al. Does Education Improve Cognitive Performance Four Decades After School Completion? Demography 2014, 51(2):619-43. doi: 10.1007/s13524-014-0281-1
PDF "Does Schooling Improve Cognitive Functioning at Older Ages?"

Freitag, 10. Januar 2014

Gut für das Gehirn: Fotografieren und Nähen

Intellektuell stimulierende Aktivitäten verbessern die Gehirnfunktionen

Gut für das Gehirn: Fotografieren und Nähen
(Foto: Corbis)

Sich neuen mentalen Herausforderungen zu stellen, wirkt sich positiv auf die Gehirnfunktionen bei über 60-Jährigen aus. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher um die Neurowissenschaftlerin Dr. Denise Park der University of Dallas in Texas, deren Studie in der Fachzeitschrift "Psychological Science" veröffentlicht wurde.

Studie

Die Studie wurde im Rahmen des Projekts "Synapse" durchgeführt und hatte zum Ziel, die Auswirkungen verschiedener Bedingungen auf die kognitive Gesundheit von Personen im Alter zwischen 60 und 90 Jahren zu messen. Hierzu wurden die Studienteilnehmer in verschiedene Gruppen aufgeteilt.

Die drei ersten Gruppen beschäftigten sich mit kognitiv anspruchsvollen Aktivitäten: Eine der Gruppen widmete sich der Digitalfotografie, bei der (durch verbale Anweisungen) das Erinnerungsvermögen und die logische Denkfähigkeit bei der Verwendung der Geräte und einer entsprechenden Bildbearbeitungssoftware beansprucht werden. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit computergestütztem Nähen. Bei dieser Aktivität werden das Bildgedächtnis (für das Gestalten der Motive) und das logische Denkvermögen (für die Verwendung der Nähmaschine) stimuliert.

Die Teilnehmer in zwei weiteren Gruppen verbrachten Zeit mit Aktivitäten, die nur eine geringe kognitive Leistung erfordern, wie z. B. Spielen, Museumsbesuche oder Musik hören. Die Aktivitäten wurden sowohl in der Gruppe als auch allein durchgeführt.

Ergebnisse

Lediglich bei den ersten drei Teilnehmergruppen wurde eine signifikante Leistungssteigerung des Arbeitsgedächtnisses festgestellt. Eine Verbesserung der Gehirnfunktionen bei den Personen, die Gruppenaktivitäten durchgeführt hatten, konnten die Forscher wie erwartet nicht feststellen. Die Forscher schließen daraus, dass nicht alle Aktivitäten gleich wirkungsvoll sind. Vielmehr sei es wichtig, sich mit Dingen zu beschäftigen, die neu und gleichzeitig intellektuell stimulierend sind.

Quelle: Park D. et al. (2013). The Impact of Sustained Engagement on Cognitive Function in Older Adults - The Synapse Project. Psychological Science, November 8, 2013, doi: 10.1177/0956797613499592
PDF "The Impact of Sustained Engagement on Cognitive Function in Older Adults: The Synapse Project"

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Zweisprachigkeit verzögert Demenz

Zweisprachigkeit verzögert Symptome von Demenz um viereinhalb Jahre

Zweisprachigkeit verzögert Demenz
(Foto: HappyNeuron.de)

Eine Demenz zeichnet sich durch eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten aus. Demenz ist heutzutage Gegenstand intensiver Forschungen, da sie in unterschiedlichen Formen bei mehreren Krankheiten auftritt, darunter die Alzheimer-Krankheit, die wohl bekannteste Demenz­erkrankung. Die Ursachen dieser Erkrankungen sind unterschiedlich und nicht selten spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Studie

Nun hat sich ein Forscherteam dafür interessiert, welche Aus­wirkungen Zweisprachigkeit auf das Alter hat, ab dem Symptome einer Demenz zum ersten Mal auftreten. Hierzu wurde bei einer Gruppe von 648 Patienten der Einfluss von Zweisprachigkeit untersucht. Weitere Faktoren, die sich auf die Ergebnisse auswirken könnten, wurden ebenfalls berücksichtigt.

Ergebnisse

Die im Fachmagazin Neurology vorgestellte Studie hat gezeigt, dass die ersten Symptome einer Demenz bei der bilingualen Studiengruppe im Vergleich zur Gruppe mit nur einer Sprache um viereinhalb Jahre verzögert auftreten. Diese Diskrepanz wurde, unabhängig von anderen Faktoren wie Bildungsniveau, Geschlecht und geografische Gegebenheiten, für drei Arten von Demenz festgestellt: Alzheimer, vaskuläre Demenz und frontotemporale Demenz.

Es scheint auch, dass das Sprechen von mehr als zwei Sprachen keinen zusätzlichen Vorteil birgt. Interessanter­weise wurden die Auswirkungen von Zweisprachigkeit jedoch auch bei analphabetischen Patienten festgestellt – ein Beweis dafür, dass Erziehung allein nicht für die Unterschiede verantwortlich gemacht werden kann.

Quelle: Alladi S., Bak T.H. et al. (2013). Bilingualism delays age at onset of dementia, independent of education and immigration status. Neurology, 81 (22) : 1938-1944. doi: 10.1212/01.wnl.0000436620.33155.a4
PDF "Bilingualism delays age at onset of dementia, independent of education and immigration status"

Donnerstag, 8. August 2013

Kakao verbessert Blutversorgung des Gehirns

Positive Wirkung vor allem bei älteren Menschen nachgewiesen

Trinkschkolade: Kakao hält das Gehirn länger fit
(Foto: pixelio.de, H. Souza)

Boston (pte014/08.08.2013/11:15)
Ältere Menschen, die jeden Tag Kakao trinken, können ihre Gehirne länger gesund halten, sagen Forscher der Harvard Medical School. Das Team um Farzaneh Sorond fand heraus, dass bei 60 älteren Personen ohne Demenz zwei Tassen Kakao pro Tag ausreichen, um den Blutfluss im Gehirn zu verbessern. Jene Teilnehmer, die das Experiment wagten, schnitten bei Gedächtnistests besser ab, wie Neurology berichtet.

Flavanole spielen wichtige Rolle

Die aktuelle Studie ist jedoch nicht die erste, die Kakao mit der Gesundheit der Gefäße in Zusammenhang bringt. Die Forscher gehen davon aus, dass dafür zum Teil der hohe Anteil an Flavanolen verantwortlich sein könnte. Für die aktuelle Studie wurden 60 Personen mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren ersucht, zwei Tassen Kakao pro Tag zu trinken. Eine Gruppe erhielt Kakao mit einem hohen Anteil an Flavanolen, die andere Kakao mit nur einem geringen Anteil. Zusätzlich wurden die Teilnehmer ersucht, keine Schokolade zu essen.

Ultraschalltests zu Beginn der Erhebung haben gezeigt, dass die Blutversorgung des Gehirns bei 17 Personen eingeschränkt war. Es gab keinen Unterschied zwischen jenen, die die eine oder andere Sorte Kakao tranken. Je nachdem, welche Art Kakao getrunken wurde, verbesserte sich jedoch bei 88 Prozent der Teilnehmer mit einem eingeschränkten Blutfluss der Zustand und sie schnitten auch bei kognitiven Tests positiver ab. Das galt nur für 37 Prozent der Personen, deren Blutversorgung zu Beginn der Studie normal gewesen war.

Neurovakuläre Kopplung wird erst erforscht

Laut Sorond lernen die Wissenschaftler mehr über die Blutversorgung des Gehirns und die Auswirkungen auf die Denkfähigkeit. "Verschiedene Bereiche des Gehirns benötigen für das Erfüllen ihrer Aufgaben mehr Energie und daher auch eine bessere Blutversorgung. Diese neurovaskuläre Kopplung könnte auch bei Krankheiten wie Alzheimer eine wichtige Rolle spielen", so Sorond. Den fehlenden Unterschied zwischen den beiden Kakaoarten führen die Forscher darauf zurück, dass unter Umständen auch ein anderer Bestandteil des Getränks wirksam wird oder dass nur eine geringe Menge an Flavanolen für einen positiven Effekt notwendig ist.


Dieser Artikel wurde von pressetext.austria veröffentlicht und ist unter http://www.pressetext.com/news/20130808014 abrufbar.

Dienstag, 6. August 2013

Bewegungsparcours oder Rollator-Parkplatz?

Draußen ist cool. Seit Jahren boomt alles, was draußen stattfindet.

Generationsübergreifender Aktivpark
(Foto: Playground@Landscape/Fotalia)

Bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sich der Anteil derer im Rentenalter mehr als verdoppeln, wie aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervorgeht. Daraus resultiert ein wesentlicher Fakt: Mehr Bewegungsangebote für die gesamte Bevölkerung, auch im öffentlichen Raum. Kommunale Entscheider, Landschafsarchitekten und Hersteller sind aufgerufen, Lösungsansätze zu entwickeln.

Kreative Namen - derselbe Zweck

Generations­über­greifender Aktivpark oder Generationen­park, Garten der Generationen oder Senioren­fitness­platz, Spielplatz für Erwachsene oder Senioren­spielplätze, Mehr­generationen­platz oder Bewegungs­platz für alle Alters­gruppen, Mehr­generationen­park oder Mehr­generationen­spiel­plätze, ob Aktions-Parcours oder Bewegungs­garten, Fitness­garten oder Bewegungs-Parcours, Vita­parcours oder Outdoor-Fitness Garten – die Namens­findung stößt schon auf Kreativität, aber alle sind ein Platz der Gesundheit und Prävention.

Generationenpark in Lengerich

In der Kommune Lengerich ist der Generationenpark durch die Vielseitigkeit des Angebotes ein Selbstläufer und es sind zu jeder Tageszeit zwischen 20 und 100 Besucher anzutreffen. Wilhelm Möhrke (Stadtmarketingverein „Offensive“) verspricht, trotz der Einweihung des Generationenparks weiter an dem Konzept zu feilen. „Wir werden die Bevölkerung fragen, was gewollt ist und den Generationenpark entsprechend ergänzen“, verrät er. „Sobald weitere Spenden eingegangen sind, können sicher auch weitere Ausstattungen vorgenommen werden. Der Park soll weiter wachsen.

Wenn publik wird, worin der Nutzen eines Generationenparks besteht, kann keine Kommune auf Dauer darauf verzichten. Generationenparks sind ein kleiner, aber wichtiger Mosaikstein in dem Bemühen, gesellschaftliche Antworten auf die demografische Entwicklung zu finden“, so Möhrke weiter. Lengerich ist ein gutes Beispiel, weil über physiotherapeutische Praxen, dem Stadtmarketingverein bis hin zu Seniorenvereinen, Sportvereinen, Jugendgruppen eine ganze Stadt in das Projekt eingebunden war und ist.

Bewegungspark in Geisenfeld

Ebenso in Geisenfeld. „Fehlende Angebote seine Beweglich- und Leistungsfähigkeit zu testen bzw. steigern, ohne eine Verbindlichkeit einzugehen, nahm ein kleines ehrenamtliches Team im Jahre 2008 zum Anlass ein entsprechendes Bewegungsareal zu realisieren. Unser Projekt “Bewegungspark an der Ilm“, das 2010 der Öffentlichkeit übergeben wurde, liegt zentral mitten im Sport- und Schulgelände und unmittelbar am überregionalen Ilmtalradwanderweg, ist frei zugänglich und kann zeitlich unabhängig von unseren Mitbürgern und Gästen benutzt werden. Dieser Mehrgenerationen-Park, mit inzwischen 19 Trainings- und Spielgeräten, bietet Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, Trainierten und Untrainierten eine Möglichkeit ihre Freizeit sinnvoll und gesundheitsorientiert zu gestalten. Für unsere Schulen und Kindergärten ist dieses Bewegungsangebot eine ideale Ergänzung zum Sportunterricht, da keine Vorbereitungszeit anfällt.

Die Finanzierung erfolgte dank des unermüdlichen Einsatzes des Teams zu zwei Drittel aus privaten Sach- und Geldmittel und einem Drittel aus öffentlichen Mitteln. Das benötigte Grundstück wurde von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt. Ausstattung und Lage unseres Bewegungsparks, sowie die Einbindung der Schulen, Kindergärten und Sportvereinen sind die wesentlichen Faktoren, die auch nach drei Jahren eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gewährleisten. Weitere Bewegungsareale in dieser Form sind in unserer Stadt, aufgrund unserer Einwohnerzahl, bis auf weiteres nicht geplant“, sagte Herbert Eifertinger von der Stadt Geisenfeld. Die Stadt Geisenfeld hat erkannt, dass es gesundheitspolitisch der richtige Weg ist, Fitness zu fördern.

Planung

Sicherlich gibt es auch „Bürgermeister-Gedächtnis-Areale“, wenn kurz vor der Wahl auf der freien Wiese ein trendiger „Seniorenspielplatz“ realisiert wird. Langfristige Planung ist daher ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz in der Kommune.

Norman Riede, riede landschaftsarchitektur: „Von Notwendigkeit und Nutzen körperlicher Bewegung muss heute niemand mehr überzeugt werden, allein die Umsetzung lässt noch zu wünschen übrig. Eine Mitgliedschaft in Sportverein oder Fitness-Studios fördert die sportliche Aktivität, ist aber nicht von jedermann gewollt oder möglich. Hier können kommunale Angebote einen guten Ersatz oder Ergänzung bieten, denn sie sind kostenlos, unter freiem Himmel, beliebig oft und zu beliebigen Zeiten zugänglich und ohne Vereinszugehörigkeit oder Anmeldung nutzbar.

Seit Jahren sind zahlreiche Anlagen in Betrieb genommen worden. Dabei fallen Akzeptanz und Nutzungsgrad durch die Bevölkerung sehr unterschiedlich aus und bleiben vielfach hinter den Erwartungen zurück. Diese Feststellung schmerzt – nicht nur wegen der getätigten Investition sondern auch wegen der verpassten Chance. Was macht nun den Erfolg von hoch frequentierten Anlagen aus? Hier gibt es zwei wesentliche Kriterien: Die Qualität der Bewegungs-Angebote und die Qualität des gewählten Standortes.

Qualität der Angebote im Sinne von passend, durchdacht, abgestimmt – aber auch ergonomisch, für ernsthaftes Training nutzbar und optisch ansprechend. Qualität des Standortes im Sinne von bewegungsaffinem Umfeld, hochwertiger Grünanlage mit wechselsonnigen Bereichen in gut wahrnehmbarer Lage. Hierfür ist es hilfreich, für die Anlage eine Haupt-Zielgruppe einzugrenzen und diese an der Planung zu beteiligen. Die geplante Geräteauswahl sollte kritisch und fachkundig begutachtet oder gar selbst getestet werden. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich sinnvolle und gut genutzte Bewegungsangebote verwirklichen.“

Jobst Seeger, Landschaftsarchitekt: „Spielplätze sind in Deutschland fest im Baurecht verankert, öffentliche Sportanlagen sind fester Bestandteil jeder Kommune. Doch die Bevölkerung verändert sich, Kinder spielen mehr am PC, Erwachsene trainieren aus den unterschiedlichsten Gründen eher im Fitnessstudio, als im Sportverein. Den Wandel der Bevölkerung zu berücksichtigen ist Aufgabe der Politik, wir als Planer können dazu einen erheblichen Beitrag leisten. Die zunehmende Zahl an Menschen über 60 und derer, die sich entweder aus finanziellen oder zeitlichen Gründen eine Teilnahme an Trainingsangeboten der Vereine nicht leisten können, verlangt von allen Planern und Politikern ein deutliches Umdenken. Wir planen attraktive Spielplätze, die den Verlust des natürlichen Bewegungsraumes unserer Kinder ersetzen sollen, so müssen wir auch Parcours planen, die den Wünschen der Generationen entsprechen.

Für Kommunen ist ein breites Angebot an Sportarten und –möglichkeiten ein wichtiger Standortfaktor. Hier zählen Outdoor-Fitnessanlagen in der Zwischenzeit zu den begehrtesten und mit überschaubaren Mitteln realisierbaren Möglichkeiten.

Dabei spielt das Thema „generationenübergreifend“ nur eine untergeordnete Rolle und wird häufig viel zu theoretisch gesehen. Wer seinen Körper fit halten will, der tut es, egal wie wir die Anlage nennen. Ganz klar spielt die Auswahl der Geräte für die Hauptzielgruppe eine große Rolle. Jedoch kann man eine Nutzergruppe nicht von einer öffentlichen Anlage ausschließen. Durch eine fundierte Standort- und die entsprechende Geräteauswahl wird eine bestimmte Zielgruppe stärker angesprochen oder ein breites Angebot geschaffen.

In Deutschland wird es in den nächsten Jahren keine „Chinesischen-Zustände“, was das Angebot an Outdoor-Fitness-Parcours angeht, geben, aber das Angebot wird steigen. Eine baurechtliche Verankerung von Fitness-Parcours halte ich nicht für Ziel führend, eher eine großzügigere Definition was auf Spielplätzen möglich ist, zum Beispiel Fitnessangebote.“

Erprobte Wissenschaft

Planung. Nutzung. Standort. Was ist das schönste Bewegungsareal wert, wenn die verkehrstechnische Anbindung fehlt. Oder keine Stadtmöbel vorhanden sind. Oder keine Toilette in der Nähe. Mehrgenerationenplatz oder Trimm-Dich-Pfad, Bewegungs-Parcours – wer ist was? Fragen suchen Antworten, aber ein gesundheitsbewusstes Leben hat entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität im Alter. Insbesondere ausreichende Bewegung ist unverzichtbar, um körperlich wie geistig mobil zu bleiben. Bewegung kann, wie medizinische Studien zeigen, eine entscheidende Antwort auf viele der häufigen Alterserkrankungen sein. In einer älter werdenden Gesellschaft kommt es daher ganz wesentlich darauf an, sinnvolle Angebote der gesundheitlichen Prävention und insbesondere der Bewegungsförderung für Seniorinnen und Senioren bereitzustellen.

Die Hessische Landesregierung hat deshalb vom Sommer 2011 an in Hanau und Darmstadt Bewegungsparcours für ältere Menschen modellhaft erprobt. Gemeinsam mit dem Landessportbund Hessen, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Fachhochschule Darmstadt und der Fachhochschule Rhein-Main Wiesbaden sowie den Unternehmen Playfit und Playparc wurde der gesundheitliche Effekt der Parcours mit Testgruppen geprüft. Die von den Hochschulen erhobenen Ergebnisse waren überaus positiv. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten von neu gewonnener Bewegungsfähigkeit, mehr Sicherheit im Alltag und mehr Lebensfreude durch den Kontakt in der Gruppe. Die Nutzung der Geräte unterstützte die Stärkung des Kreislaufs, die Koordination und Beweglichkeit. Die Parcours wurden überdies zu gern besuchten Treffpunkten in der Kommune.

Zahlreiche Städte und Gemeinden in Hessen haben sich mittlerweile auf den Weg gemacht, ebenfalls solche Angebote für Seniorinnen und Senioren aufzubauen. Häufig wurden dabei das Sozialministerium und die beiden Testkommunen um Rat gefragt. Deshalb wurde im Rahmen der „Seniorenpolitischen Initiative“ in Zusammenarbeit mit allen Partnern des Modellversuchs ein Leitfaden entwickelt, der zum Ziel hat, Kommunen und andere Interessierte wie Verbände, Vereine, Krankenkassen oder Unternehmen mit praktischen Hinweisen bei der Einrichtung und Nutzung von Bewegungsparcours zu unterstützen: „Bewegung für Gesundheit im Alter – Leitfaden für die Errichtung von Bewegungsparcours“. Der Leitfaden ist im Internet abrufbar.

Untersuchungen in Parkanlagen in Wien

Zwischen 2009 und 2011 haben Sportwissenschaftlerinnen und Landschaftsplanerinnen in Wien gemeinsam in einem Forschungs- und Aktivierungsprojekt untersucht, wer die Bewegungsgeräte in fünf Parkanlagen nutzt und wie das Angebot für die Zielgruppe 60+ attraktiver gestaltet werden kann. Das Projekt mit dem Namen „Gemma raus! Gesundheitsfördernde MitMachAktionen für ältere Frauen und Männer in Bewegungsparks“ wurde gefördert aus Mitteln des Fonds Gesundes Österreich, des Österreichischen Sportministeriums und der Stadt Wien. Beobachtungen, Focusgruppen, Bewegungsanleitungen und MultiplikatorInnenausbildungen zeigten sehr deutlich, dass es für viele Menschen der älteren Generationen einige Hemmschwellen zu überwinden gilt, diese neuen Angebote zu nutzen.

„Grundsätzlich trifft dieses Angebot auf eine wachsende Nachfrage, zeigen doch internationale Studien zur Bewegungsaktivität älterer Menschen, dass die derzeitige Generation 60+ sich vorwiegend in selbstorganisierter Form und am liebsten im Freien bewegt. Der Bedarf ist gegeben. Aber momentan brauchen die Bewegungsangebote noch eine spezifischere, an den Ort und seine NutzerInnen angepasste Planung sowie begleitende Maßnahmen. Kurz gesagt: ein sauberes WC, ein Trinkbrunnen, etwas Schatten und angenehme Tische und Bänke gehören zu einem attraktiven Umfeld und verhindern den Ausschluss von Menschen, die auf diese Ausstattung angewiesen sind. Die Anleitungen in einer offenen Gruppe zu einer bestimmten Zeit mit geschulten TrainerInnen wurden in Wien sehr gerne angenommen und haben viele der genannten Barrieren abbauen können. Leichte Aufwärmübungen und gemeinsame Spiele, eine kompetente Antwort auf die Frage „kann ich mit meiner operierten Hüfte auf diesen Air-Walker“ und gemeinsames Lachen über die Bemerkung eines Hortkindes am Pedalo „schaut, jetzt will die Alte fahren“, machen vieles möglich, was Mann oder Frau alleine nicht einmal ausprobieren möchte“, weiß DI Rita Mayrhofer von tilia Technisches Büro für Landschaftsplanung Wien, die das Projekt begleitet hat, zu berichten.

Fazit

Erfolgsfaktor Planung und Standort. Bewegungs-Parcours, Trimm-Dich-Pfad oder Mehrgenerationen-Platz? Eine Standort-Analyse ist wichtig, denn auch auf die Auswahl der Geräte kommt es an. Nicht zu vergessen die Sicherheits-Aspekte Wartung, Pflege und Prüfintervalle. Steffen Strasser, Obmann der neuen Vereinigung „Fitnessgeräte im Außenberiech“ innerhalb des Bundesverbandes für Spielplatzgeräte- und Freizeitanlagen-Hersteller e.V. (BSFH): „Wir sehen, dass sich das Bedürfnis der Menschen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen, in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Leider hat es dabei auch Entwicklungen gegeben, die nicht immer gut waren. Als Untergruppe des BSFH ist es uns wichtig, dass die entstehenden Bewegungsräume qualitativ gut geplant und ausgestattet werden. Wir wollen als Informationsforum dienen, für kommunale Entscheider und Landschaftsarchitekten. Fragen an uns erwünscht!“

Quelle: Thomas R. Müller • Bewegungsparcours oder Rollator-Parkplatz? • Playground@Landscape (Internationales Fachmagazin für Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen) • 2014, Ausgabe 4, Seiten 16-30
PDF "Playground@Landscape, Ausgabe 4/2013"


Dieser Artikel wurde von Playground+Landscape Verlag veröffentlicht und ist unter http://playground-landscape.com/de/article/view/1306.html abrufbar.

Samstag, 23. Februar 2013

Facebook hält betagte Gehirne fit

Ständige Updates fördern kognitive Fähigkeiten

Alter Mann: Facebook hält Gehirn fit
(Foto:pixelio.de, N. Kryvosheyev)

Tucson/Wien (pte004/23.02.2013/06:15) - Facebook-Aktivitäten halten das Gehirn von älteren Menschen fit. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der University of Arizona, wofür 14 Probanden im Alter zwischen 68 und 91 Jahren aufgefordert wurden, sich einen Facebook- und einen Penzu-Account - ein privates Online-Tagebuch - anzulegen. Die Forscher haben herausgefunden, dass Nutzer der Social-Media-Plattform bei kognitiven Tests um 25 Prozent besser abgeschnitten haben als diejenigen, die nicht mit anderen Personen interagieren. Die Wissenschaftler meinen, dass das sich ständig ändernde soziale Medium in Bezug auf jegliche Updates die Denkfähigkeit fördert.

Ältere wahrscheinlich überfordert

Die Facebook-Nutzer mussten sich für die Erhebung mit Teilnehmern aus der Testgruppe anfreunden und mindestens ein Mal täglich ein Posting erstellen. Vor dem Experiment wurden Faktoren wie Einsamkeit und soziale Unterstützung sowie die kognitive Fähigkeit jedes Einzelnen bewertet.

"Ich kann mir vorstellen, dass die ständigen Veränderungen die kognitiven Fähigkeiten begünstigen. Ich bezweifle jedoch, dass sich diese Zielgruppe auf dem sozialen Netzwerk besonders tummelt - und wenn doch, dass sie eher überfordert sind", erläutert Social-Media-Fachmann Jonny Jelinek von Webfeuer gegenüber pressetext. Sogar junge User hätten oftmals Schwierigkeiten, mit den Updates nachzukommen.

Der Experte vermutet, dass ältere Menschen vielmehr die traditionelle Kontakthaltung bevorzugen, da sie diese bereits gewohnt sind. "Älteren fällt es schwerer, sich auf Neues einzulassen. Zuerst müssten sie sich mit dem Internet selbst beschäftigen, was schon Skepsis und Hindernisse mit sich bringt. Nächster Schritt wäre dann die Auseinandersetzung mit sozialen Netzwerken", so Jelinek.

Familienkontakt über Distanz erleichtert

Dennoch wächst die Zahl der älteren Generationen auf sozialen Medien, die diese zu ihrem Vorteil nutzen. Diese wird sich laut dem Spezialisten weiterhin vermehren. "Immer mehr Eltern melden sich auf Facebook an, da sie wissen möchten, was deren Kinder online machen und auch selbst merken, dass die Seite nützlich sein kann. Mit Hilfe von sozialen Netzwerken können aber auch Ältere vor allem mit den Enkeln oder mit Familienmitgliedern, die beispielsweise im Ausland leben, Kontakt halten", schließt der Experte ab.


Dieser Artikel wurde von pressetext.austria veröffentlicht und ist unter http://www.pressetext.com/news/20130223004 abrufbar.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Senioren: Wenig Schlaf schwächt Gedächtnis

Störungen führen zu Erinnerungsverlust und schaden Gehirn

Senior: Kann sich besser erinnern bei gutem Schlaf
(Foto: pixelio, Stephan N.)

Berkeley/Berlin (pte030/31.01.2013/13:55) - Aus­reichend Schlaf verbessert die Gedächnisleistungen älterer Menschen. Das haben Wissenschaftler der University of California in Berkeley herausgefunden. Denn während des Tiefschlafs werden die Erinnerungen des Tages durch langsame Gehirnwellen ins Gedächnis gebrannt. "Wir haben den dys­funktionalen Zusammenhang zwischen der Funktionalität des Gehirns, Schlafstörungen und Gedächtnisverlust entdeckt", sagt Studienleiter und Schlafforscher Matthew Walker.

Neue Therapien im Fokus

"Junge Menschen mit einem gesunden tiefen Schlaf retten die Fakten und Informationen über die Nacht", sagt Walker. Allerdings könnten auch Ältere durch eine geruhsame Nacht ihr Gedächnis fördern und auch fordern. "Schlechter Schlaf im Alter verhindert, im Gehirn Erinnerungen zu speichern", sagt Ilya Shabanov, Geschäftsführer von Neuronation, einer Online-Plattform für Gedächtnistrainings, die mit Neuropsychologen arbeitet, gegenüber pressetext.

Gesunde Erwachsene verbringen in der Regel ein Viertel der Nacht im tiefen REM-Schlaf. In dieser Phase werden langsame Wellen durch das Gehirn im mittleren Stirnlappen generiert. Eine Verschlechterung dieses frontalen Bereichs des Gehirns bei älteren Menschen ist - wie in einem Teufelskreis - mit dem Verlust der Fähigkeit zum Tiefschlaf verknüpft. Die Entdeckung der US-Forscher der Relation zwischen langsamen Gehirnwellen, Erinnerung und Schlaf ebnet den Weg für medikamentöse Behandlungen gegen Gedächtnisverlust im Alter.


Dieser Artikel wurde von pressetext.austria veröffentlicht und ist unter http://www.pressetext.com/news/20130131030 abrufbar.

Montag, 28. Januar 2013

Motorikpark Feldkirchen an der Donau

Oberösterreichs einzigartiges Bewegungsparadies

Der Balancierparcours (Hochbalken)
(Foto: Schulungsinstitut R+R)

Der Motorikpark Feldkirchen wurde vom Land Oberösterreich unter Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer im Jahr 2007 initiiert und finanziert. Das Konzept und die Planung des Motorikparks stammt vom Linzer Sportwissenschafter Dr. Roland Werthner. Die Bauausführungen erfolgten im Wesentlichen von den Straßenmeistereien Ottensheim und Lembach. Anders als bei den Fitnessparks der 60er/70er Jahre findet man hier vielfältige attraktive und innovative Stationen, die so richtig zum vielseitigen und kreativen Bewegen in der Natur einladen.

Der Wortfindungsparcour (ABC-Orientierungswald)
(Foto: Land Oberösterreich)

Ein Bewegungsparadies für alle Bevölkerungsgruppen und Altersstufen

Der Motorikpark Feldkirchen stellt ein wahres Bewegungsparadies für alle Bevölkerungsgruppen und Altersstufen dar. Vom Kindergartenkind über Fitness- und Leistungssportler bis zu aktiven Senioren, jeder Gast kann hier in einer wundschönen Naturlandschaft einen wesentlichen Beitrag zur persönlichen Gesundheit und Fitness leisten. Die hier umgesetzten Bewegungsangebote und Bewegungsideen erleichtern den Startschuss zu einem bewegungsorientierten Leben bzw. unterstützen wesentlich ein regelmäßiges Training.

Kostenloser Zugang

Der Zugang zum Motorikpark ist kostenlos. Auf den einzelnen Stations-Tafeln werden die jeweiligen Aufgaben­stellungen, Nutzungs­richt­linien und zu erwartenden Trainings­effekte erklärt. Die Koordinations­stationen an den Eingängen im Norden und im Süden, die Barfuß-Laufrunde um den Motorikpark und die Dehnoase im Weiden­pavillon sollten jeweils zu einem 10- bis 20-minütigen Aufwärmen mit niedriger Intensität verwendet werden. Die attraktiven Kraft-, Schnelligkeits- und komplexen Koordinations­stationen bitten wir im eigenen Interesse nur in einem aufgewärmten Zustand zu nutzen. Bitte tragen Sie dazu bei, dass die einzelnen Geräte dauerhaft in einem guten und funktionsfähigen Zustand bleiben.

Wie erreichen Sie den Motorikpark Feldkirchen?

Anfahrt von Linz auf der B 127 Richtung Rohrbach, Durchfahrt von Puchenau und Ottensheim, dann links auf die B 132 Richtung Feldkirchen abbiegen und der Beschilderung Badeseen - Motorikpark folgen. - [Standort]

Beschreibung der Stationen

Eine Beschreibung der einzelnen Stationen finden Sie in diesem PDF-Dokument der Gemeinde Feldkirchen.


Dieser Artikel wurde von Land Oberösterreich veröffentlicht und ist unter http://land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/59712_DEU_HTML.htm abrufbar.

Mittwoch, 7. November 2012

Hoher Blutdruck lässt Gehirn frühzeitig altern

Auch bei 30-Jährigen kann es zu Gedächtnisverlust kommen

Blutdruck messen: Hypertonie greift Gehirn an
(Foto: pixelio.de, D. Schütz)

Davis/Heidelberg (pte003/07.11.2012/06:10) - Ein nur leicht erhöhter Blutdruck lässt das menschliche Gehirn altern, was zu Gedächtnisproblemen und folglich zu Demenz und Alzheimer führen kann. Das hat eine aktuelle Untersuchung der University of California Davis ergeben. Ein Blutdruck, der über dem optimalen Wert von 120/80 liegt, stellt in den meisten Fällen bereits eine Gefährdung dar. Selbst Menschen ab 30 sind laut den Experten von den negativen Effekten betroffen.

Risiko bei jedem Zweiten ab 60

Für die Erhebung wurden Gehirn-Scans von rund 600 Personen zwischen 30 und 40 Jahren gemacht, die in drei Gruppen, bestehend aus hypertensiven, prehypertensiven sowie Menschen mit normalem Blutdruck, geteilt wurden. Experten nehmen an, dass durch Bluthochdruck eine Versteifung oder Verhärtung der Arterien verursacht wird und somit die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn behindert.

Die Gehirn-Scans der 30-Jährigen mit hohem Blutdruck waren ähnlich deren der 40-Jährigen mit normalem Blutdruck. "Hypertonie kann nicht nur zu Gedächtnisverlust führen, sondern birgt auch Gefahren wie Schlaganfall, wobei es zu Mikroangiopathie, Gefäßverschluss oder Gefäßzerreißung kommen kann, sowie Herzinfarkt, Nierenerkrankungen oder Gefäßschädigungen", so Joachim Leiblein, Geschäftsführer der Deutschen Hochdruckliga, gegenüber pressetext. Laut dem Experten ist Schätzungen zufolge jeder Zweite ab 60 von Bluthochdruck betroffen.

Mehrere Risikofaktoren spielen mit

Dass es bei Betroffenen von Hypertonie zu Gedächtnisverlusten kommt, hängt laut dem Fachmann von einer Vielzahl von Risikofaktoren wie Gefäßschädigungen im Gehirn, übermäßiger Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie falscher Ernährung ab.

Maßnahmen zur Prävention beziehungsweise zur Regulierung des Bluthochdrucks können einerseits medikamentös und andererseits auch durch ein aktives Vorgehen der Betroffenen sein. "Menschen sollten zum einen bei Übergewicht abbauen und das Körpergewicht normalisieren, da dadurch der Bluthochdruck gesenkt wird", erklärt Leiblein. Bewegung, Ernährung und vor allem Stressabbau helfen den Gefahren der Hypertonie entgegenzuwirken.


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Freitag, 14. September 2012

Destruktive Hirnalterung bei Labormäusen erforscht

Betagte Zellen schädigen wie "faule Äpfel" umliegendes Gewebe

Gehirnwindungen: Alterungsprozess auf der Spur
(Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

Marburg/Newcastle (pte016/14.09.2012/13:55) - Ein Forscherteam um Thomas von Zglincki von der Universität in Newcastle ist dem Alterungsprozess von Zellen im Gehirn etwas näher gekommen. Sie konnten bei Mäusen belegen, dass sich alternde Zellen im Gehirn wie ein "fauler Apfel im Korb" verhalten, da sie auch die Zellen in der Nachbarschaft beschädigen. Ob sich diese Wirkungsweise so jedoch auch beim Menschen zeigt, muss noch analysiert werden.

Für Demenzforschung wichtig

"Wir müssen nun herausfinden, ob die gleichen Mechanismen, die wir im Gehirn von Mäusen festgestellt haben, hinsichtlich der Hirnalterung bei Menschen ähnlich funktionieren", sagt Zglincki. Sollte dies der Fall sein, sei man in der Erforschung der Hirnalterung einen großen Schritt nach vorne gekommen. Die Erkenntnisse könnten helfen, Krankheiten wie Demenz oder altersbedingten Hörverlust besser zu verstehen.

"Unsere Arbeit wird fortgesetzt, im zweiten Schritt werden wir prüfen, ob sich im menschlichen Gehirn Schäden aus einem Bereich auf das gesamte Gehirn ausbreiten", sagt Zglincki. Die Zellen im Gehirn haben nicht - wie etwa Hautzellen - die Fähigkeit, sich zu teilen. "Für die Zellen, die sich teilen, gibt es schon seit Längerem Erkenntnisse über den Alterungsprozess", sagt Jörg Schulz, Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Aachen, gegenüber pressetext.

Noch nicht auf Menschen übertragbar

Laut Schulz ist die Entdeckung der britischen Forscher "überhaupt nicht überraschend". "Wir haben schon 1999 eine Arbeit veröffentlicht, in der wir beschrieben haben, dass freie Radikale bei der Zellalterung im Hirn eine Rolle spielen." Zudem sei die Vermutung, dass der Alterungsprozess der Gehirnzellen bei Menschen so wie bei Mäusen abläuft, sehr theoretisch. "Das sei einmal dahingestellt", urteilt Schulz.


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Freitag, 6. Juli 2012

Bienen können Gehirnalterung rückgängig machen

Gesteigerte Lernfähigkeit durch Übernahme sozialer Aktivitäten

Bienen: sollen über Menschenhirn Auskunft geben
(Foto: pixelio.de/Dumat)

Aas/Wien/Hamburg (pte001/06.07.2012/06:00) - Betagte Honigbienen können ihrem Gehirn eine Art "Verjüngungskur" verpassen: Übernehmen sie soziale Aufgaben im Bienenstock, die gewöhnlich jüngere Artgenossen erledigen, werden sie dadurch lern­fähiger und verändern ihre grauen Zellen auf Molekül­ebene. Das berichten Forscher von der Norwegian University of Life Sciences mit US-Kollegen in der Zeitschrift "Experimental Gerontology". Vielleicht fördern auch beim Menschen ähnliche Interventionen die geistige Frische bis ins hohe Alter, hoffen die Wissenschaftler.

Ältere Babysitter

Im Experiment entfernten die Forscher alle Ammenbienen aus einem Bienennest und ließen die Königinnen allein bei den Bienenlarven zurück. Nachdem die Sammelbienen, die älter sind als die Ammen, von ihrer Arbeit zurückgekommen waren, organisierte sich der Stock binnen kurzem neu: Einige Sammelbienen machten sich wieder auf Nahrungssuche, die anderen blieben im Nest und kümmerten sich um den Nachwuchs.

Nach zehn Tagen übertrafen die neuen "Babysitter" ihre gleichsemestrigen Kollegen in der Lernfähigkeit signi­fikant. Eine Untersuchung des Gehirns zeigte zudem, dass nur sie das Protein Prx6 gebildet hatten, das auch bei Menschen in einigen Organen Zellen vor Beschädigung durch Stress schützt, sowie ein zweites Begleiterprotein. Forschungsleiter Gro Amdam vermutet, dass beide Eiweiße eine Spontanreaktion auf spezifische Anforderungen durch neue soziale Erfahrungen sind, für die es auch beim Menschen Pendants geben könnte.

Aktiv gegen den Gehirntod

"Während ein monotones Leben ohne Herausforderungen oder Krankheiten wie Depressionen das Gehirn auf Sparflamme laufen lässt, hält Neugier anpassungsfähig", erklärt Katharina Pils, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie, gegenüber pressetext. Beispiele liefern hochbetagte Dirigenten oder Schauspieler, die bei der Übernahme von stets neuen Rollen länger aktiv bleiben. Aus dieser Perspektive sei die Verlängerung des Arbeitslebens ebenso sinnvoll wie ein Berufswechsel alle sieben Jahre oder eine verantwortungsvolle Tätigkeit im Ehrenamt.

Menschen sind nicht Bienen

"Stoffwechselaktivität und Funktionstüchtigkeit des gesunden, alternden Gehirns hängen auch beim Menschen zusammen", bestätigt die Altersforscherin Jennifer Anders von der Geriatrischen Klink im Albertinen-Haus im pressetext-Interview. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Gehirn älterer Menschen andere Prioritäten hat: Statt dem Lernen neuer Inhalte spezialisiert es sich vor allem auf das Problemlösen und Vermitteln.

Die Brutpflege der Bienen ist laut Anders eine große Herausforderung, da der Drang zum Arterhalt in der Natur die Maximalressourcen mobilisiert. "Beim Menschen ist er vielleicht mit dem Elternwerden vergleichbar, nicht jedoch mit dem gelegentlichen, gemeinsamen Spiel von Oma und Enkel. Bienen werden zudem nicht im selben Maße wie Menschen hochaltrig und das Individuum hat gegenüber dem Wohl des Bienenstockes kaum Bedeutung."

Demenz erfordert Stabilität

Menschen unterscheiden sich auch darin, dass die Erfahrung und Kreativität des Einzelnen ebenso wichtig ist wie die stoffliche Erbinformation, die Gene. Bis weitere Untersuchungen die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Menschen klären, bleibt der Rat, sich im Alter neue körperliche und geistige Herausforderungen zu suchen. Davon ausgenommen sind ältere Menschen, deren Gehirn durch schwere Erkrankungen wie Demenzen dauerhaft geschädigt ist, betont Anders. "Diese brauchen eine stabilisierende, ruhige Umgebung."

Link zur Studie: http://sciencedirect.com/science/article/pii/S0531556512001258


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Mittwoch, 4. Juli 2012

Mehr Arbeitsjahre bewirken Gedächtnisschwäche

Hohes Risiko bereits ab 65 Jahren - Frühes Training für Gehirn gefordert

Senior: Älteren liegt öfter ein Wort auf der Zunge
(Foto: pixelio.de, Poschmann)

Berlin/Michigan (pte001/04.07.2012/06:00) - Forscher der New University of Michigan haben wissen­schaftlich belegt, warum ältere Menschen häufiger damit kämpfen, sich an einen bestimmten Begriff zu erinnern. Die Experten konnten zeigen, dass 61 Prozent von 105 gut ausgebildeten Menschen zwischen 65 und 92 Jahren häufig unter dieser Gedächtnisschwäche leiden. Die Studie wurde bereits in den 1960er-, 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren durchgeführt und bietet daher umfassende Vergleichs­daten.

Gedächtnis trainierbar

Aufgrund des demografischen Wandels ist die ältere Generation besonders gefordert. "Eine genaue Erforschung des Effekts erleichert die Schaffung von Trainings für die Gedächtnisleistung älterer Menschen", sagt Studienleiterin Cindy Lustig. Denn das Gedächtnis kann trainiert werden. Ältere Menschen sollten nicht glauben, dass sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind, nur weil sie Gedächtnisstörungen haben. Gerade in einer alternden Gesellschaft sei es wichtig, dass die Über-65-Jährigen in ihrem Erinnerungsvermögen gut trainiert sind.

"Die Menschen arbeiten länger, dementsprechend werden gewisse Fortbildungsprogramme für Ältere angeboten", sagt Stephan Siebert, Wissenschaftler am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, gegenüber pressetext. Wenn Menschen länger arbeiten, bleiben sie automatisch fitter. "Auch Arbeit regt das Gedächtnis an", sagt Siebert. Unter Demografen läuft gegenwärtig eine große Diskussion über verschiedene Trainingsmethoden für ältere Menschen, unterstreicht Siebert abschließend.


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Montag, 13. Februar 2012

Zu viele Kalorien fördern Gedächtnisverlust

Alte Menschen haben doppeltes MCI-Risiko durch falsche Ernährung

Süßes: Ungesundes Essen schlägt auf das Gehirn
(Foto:flickr.com/wuestenigel)

New Orleans (pte028/13.02.2012/16:30) - Der tägliche Konsum von 2.100 bis 6.000 Kalorien verdoppelt ab dem 70. Lebensjahr das Risiko auf leichte kognitive Beeinträchtigungen ("Mild Cognitive Impairment", MCI). Dies besagen jüngste Ergebnisse einer Studie von Yonas E. Geda an der Mayo Clinic, an der rund 1.200 gesunde Menschen zwischen 70 und 89 Jahren teilgenommen haben.

Die Forscher sammelten dazu den selbst dokumen­tierten Kalorienverbrauch eines jedes Patienten und teilten diese in drei Gruppen. Ein Drittel verbrauchte zwischen 600 und 1.500 Kalorien am Tag, die zweite Gruppe zwischen 1.500 und 2.140 und das letzte Drittel nahm täglich zwischen 2.140 und 6.000 Kalorien zu sich.

Gesundes Essen wichtig

Die Ergebnisse sind gleich geblieben, nachdem man diese auf Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfälle und anderen Faktoren, die das Risiko auf Gedächtnisschwund beeinflussen können, abgestimmt hat. So riskiert die Gruppe mit den meisten Kalorienverbrauchern im Gegensatz zu den am wenigsten Konsumierenden eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, an MCI zu erkranken.

"Je höher die Menge an täglicher Kalorien-Zufuhr, desto größer das Risiko auf MCI", erklärt Geda. "Essen, das auch zu einer gesunden Diät führt, ist ein besserer Weg, Gedächtnisverlust mit dem Alter zu verhindern." MCI ist die Phase zwischen dem normalen, mit dem Alter auftretenden Gedächtnisschwund, und frühem Alzheimer.

Elektroschock ruft Erinnerung zurück

Zudem hat eine weitere Studie ergeben, dass ein an das Gehirn gesendeter Elektroschock Erinnerungen von beispielsweise an Alzheimer erkrankten Menschen zurückholen kann. Eine solche Studie wurde zuvor an Tieren durchgeführt. Den Ergebnissen zufolge konnten sogar neue Gehirnzellen in geschädigten Bereichen wiederhergestellt werden.

An der Studie haben sieben Personen teilgenommen, die alle an Epilepsie erkrankt waren. Das Experiment konnte allen sieben Teilnehmern helfen - sogar jenen, die an Gedächtnisschwund litten. Das erfolgreiche Experiment hat Forscher und Ärzte weiter optimistisch gestimmt.


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Donnerstag, 9. Februar 2012

Gehirn: Nikotin vergrößert "Arbeitsspeicher"

Raucher bei Tests mit höherer Reaktionsgeschwindigkeit

Raucher: Nikotin verhilft zu Höchstleistungen
(Foto: pixelio.de, G. Gumhold)
Mailand (pte004/09.02.2012/06:15) - Wissenschaftler am Istituto di Bioimmagini e Fisiologia Molecolare und der Università di Milano - Bicocca haben neue Erkenntnisse über die Wirkung von Nikotin auf das menschliche Gehirn gewonnen. Damit eröffnen sich neue Wege, den bei Alzheimer-Patienten typischen Gedächnis- und Motorikstörungen entgegenzuwirken.

Überraschende Testergebnisse

Verglichen wurden eine Gruppe von Rauchern mit einem Tageskonsum von sieben bis 20 Zigaretten und eine Gruppe von absoluten Nichtrauchern, wobei auch auf die Ähnlichkeit in der psychosomatischen und kulturellen Zusammensetzung geachtet wurde. Die Teilnehmer mussten mit fest gerichtetem Blick zuvor angekündigte, über das Blickfeld unregelmäßig verteilte Gegenstände oder Informationen erkennen und dies mit einem Tastendruck bestätigen.
Eine zweite Aufgabe bestand darin, möglichst schnell entweder mit dem Zeige- oder dem Mittelfinger auf eine Abfolge von Zeichen zu reagieren. Während der Tests wurde mithilfe von 128 Sensoren die bioelektrische Hirntätigkeit der Probanden gemessen. "Dieses Vorgehen hat uns ermöglicht, die Funktionsfähigkeit des Gehirns in Abhängigkeit von der jeweils gestellten Aufgabe zu erkunden", so Projektleiterin Alice Mado Proverbio.

Mögliche Alzheimer- und Parkinson-Therapie

"Beim Test zur räumlichen Wahrnehmung war kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit zwischen beiden Gruppen festzustellen", unterstreicht die Fachfrau. Anders stellt sich das Ergebnis jedoch bei der Versuchsanordnung unter gleichzeitiger Erprobung der Gedächnis- und Reaktionfähigkeit dar.
"Dort waren die Raucher im Schnitt 50 Millisekunden schneller, allerdings auch um 100 Millisekunden langsamer bei der Aufgabe, die sachlich richtige Reaktionsentscheidung zu treffen", so die italienische Forscherin. Dank der Verwendung der Low Resolution Electromagnetic Tomography (Loreta) ist es möglich, die fundamentale Rolle der Neuronen in der vorderen Gehirnspähre bei der durch Nikotinzufuhr gesteigerten Fähigkeit der "working memory" zu ermitteln.
Sie könnten den Weg für eine therapeutische Nutzung des Nikotins bei Alzheimer- und Parkinson-Patienten eröffnen. Die Einzelheiten der Untersuchung sind beim Weltkongress der Society of Neuroscience in Washington vorgestellt worden.

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Dienstag, 20. Dezember 2011

IBM: Gedankenlesen bis 2016 Realität

Computerkonzern sagt Technik-Meilensteine der nächsten Jahre voraus

Sportschuhe: Intelligente Energiegewinnung macht
unabhängig (Foto: IBM)

Armonk (pte001/20.12.2011/06:00) - Der Computer­riese IBM hat auch dieses Jahr wieder einen Blick in die Zukunft gewagt. Im Rahmen der "Next 5 in 5"-Reihe veröffentlicht das Unternehmen jährlich eine Aussicht darauf, welche technologischen Fortschritte den Alltag der nächsten fünf Jahre am deutlichsten prägen werden. Vorausgesagt wird etwa die Auflösung des Digidal Divides, fortschreitende Energie-Autarkie und die Erfindung des Gedanken­lesens.

Tiefer Blick ins Gehirn

Bis 2016, so erklärt ein von IBM veröffentlichtes Video, werden erste Schritte im Erkennen und Lesen menschlicher Gedanken bereits umgesetzt sein. Der technologische Fortschritt wird Ärzten und Wissenschaftlern helfen, Hirnaktivitätsmuster besser nachzu­vollziehen, um Störungen wie Autismus besser zu verstehen. Schon heute arbeiten IBM-Forscher daran, Geräte wie Smartphones auf diese Weise steuerbar zu machen. Texte per Gedanken zu diktieren, ist eine der nächsten Applikationen, die auf dem Weg zum Mindreading liegen.

"People Power" macht autark

Die Menschen, so die Prognose weiter, werden kaum noch externe Stromversorgung brauchen. "People Power" sorgt für Autarkie. Alles was in Bewegung ist, von Turnschuhen bis zum in den Leitungen fließenden Wasser, bietet Potenzial zur Elektrizitätserzeugung. Technik-Innovationen werden es möglich machen, diese Energie zu sammeln und zu nutzen, um Eigenheime, Arbeitsplätze oder gar ganze Städte damit zu versorgen.

Mobiltechnologie beseitigt digitalen Graben

Dank des rasanten Aufstiegs der Mobiltechnologien wird in fünf Jahren auch der "Digital Divide", der "Informationsgraben" zwischen industrialisierter Welt und den Schwellen- und Entwicklungsländern, verschwunden sein, verrät der Blick in die Zukunft. Denn 2016 werden 80 Prozent der Weltbevölkerung über ein mobiles Gerät verfügen. Menschen in entlegenen Gegenden hätten dann Zugriff auf die Wettervoraussage oder wüssten, wann der nächste Arzt im Dorf vorbeikommt. Mobile Vermarktung eröffnet dann auch neue Geschäftsmodelle und Formen der Zusammenarbeit.

Intelligente Benachrichtigungen ersetzen Spam

IBM sieht auch das Ende von Spam-Mails voraus und prognostiziert, dass uns intelligente Systeme zukünftig nur die für den Nutzer relevanten Informationen liefern werden, ohne dass dieser explizit danach fragen muss. So könnte man in Zukunft automatisch gewarnt werden, wenn Schlechtwetter eine geplante Reise betrifft oder man erhält einen Hinweis auf den Kartenvorverkauf, wenn die Lieblingsband in der Nähe auftritt. Das Smartphone könnte seinem User gar ganze Einkäufe abnehmen.

Iris-Scan statt Passwort-Chaos

Zu guter Letzt werden auch die oft verhassten Passwortmasken auf Websites zum Relikt der Vergangenheit. Anstatt lange Zeichencodes in Verbindung mit einem Usernamen einzugeben, wird der Login der Zukunft auf biometrische Merkmale zurückgreifen. Daten aus Iris-Scans und Stimmaufnahmen formen dank kluger Software ein einzigartiges Online-DNA-Passwort. Um Geld beim Automaten abheben zu können, wird der Kontoinhaber künftig über seine Stimme oder seine Augen erkannt. Man wird jedoch, auch das hält die Voraussage fest, weiterhin die Möglichkeit haben, selbst darüber zu entscheiden, welche Daten man preisgibt.


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Donnerstag, 15. September 2011

Musiker hören um 20 Jahre besser

Schutz vor schwindendem Gehör im Alter

E-Gitarre: Musiker schützen ihr Ohr vor Alterung
(Foto: pixelio.de/Meißner)

Toronto/Hannover (pte004/15.09.2011/06:05) - Wer selbst Musik macht, erspart sich später Gehör­probleme. Das behaupten kanadische Forscher in der Zeitschrift "Psychology and Ageing". "Musiker hören im Alter besser als Nicht-Musiker. Scheinbar ver­schlechtert sich bei ihnen die zentrale auditive Verarbeitung im Gehirn langsamer. Das Motto 'Use it or lose it' gilt auch hier", so Studienautor Benjamin Rich Zendel vom Baycrest's Rotman Research Institute.

Gehör gleich, Verarbeitung besser

Die Forscher untersuchten 74 Menschen, die in ihrem Leben mindestens sechs Jahre lang Musikunterricht genommen hatten, sowie zur Vergleich auch 89 Menschen, die nie ein Instrument gespielt hatten. Vier verschiedene Hörtests galt es zu durchlaufen, wobei leise Töne wahrgenommen, Lücken in Tonabfolgen und Beziehung von Tonfrequenzen erkannt oder Sprache bei Geräuschen im Hintergrund verstanden werden sollten.

Bei der vom Ohr abhängenden Geräuschwahrnehmung zeigten sich keine Unterschiede. Enormen Vorsprung hatten die Musiker jedoch bei den anderen Aufgaben, die alle auf die Geräuschverarbeitung im Gehirn zurückgehen. Die Unterscheidung der Sprache von anderen Geräuschen - das im Alter immer größere "Cocktailparty-Problem" - gelang etwa den 70-Jährigen Musikern so gut wie den 50-jährigen Nicht-Musikern.

Effekt ab Kindesalter

Ähnliches konnte vor einigen Jahren auch die US-Gehirnforscherin Nina Kraus bei Kindern zeigen. Musik verbessert schon bei den Jüngsten die Fähigkeit zur auditiven Musteranalyse. "Musizierende Kinder sind weit eher in der Lage, sinnhafte von sinnlosen Mustern zu unterscheiden und somit Sprachreize von Rauschen zu trennen", erklärt Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin der Hochschule für Musik und Theater Hannover, gegenüber pressetext.

Musik ist aus mehrerer Hinsicht eine ideale Gehirnschulung. Professionelle Musiker erreichen das Optimum an Feinmotorik (pressetext berichtete), zudem steigert Musik auch das räumlich-visuelle Gedächtnis, die Fähigkeit für Objektbezeichnungen oder die Anpassungsfähigkeit an neue Informationen (pressetext berichtete). Für die Therapie nutzbar, spricht Musik sonst unerreichbare Gehirnareale an und beeinflusst den Hormonhaushalt.

Zweifel am Hörschaden

Es gibt aber auch die gegenteilige Ansicht, dass laute Musik Hörschäden auslöst. In der Forschung wird dies zunehmend angezweifelt, berichtet Altenmüller. "Es stimmt, dass Rockmusiker im Alter eher Probleme beim Hören von Hochfrequenzen haben. Dennoch sind frühere Prognosen, dass wir durch die Kopfhörer zu einer Nation der Schwerhörigen werden, nicht eingetreten. Neue Erkenntnisse legen nahe, dass eine positive emotionale Bewertung lauter Geräusche das Gehirn vor Schäden schützt", so der Musikermediziner.


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Mittwoch, 27. Juli 2011

Warum wir im Alter vergesslich werden

Forscher finden Ursache für Erinnerungsverluste - und ein mögliches Gegenmittel

Die US-Forscher konnten feststellen, dass Neuronen im Alter
während eines Erinnerungsvorgangs langsamer feuerten.
Nun hoffen sie darauf, dass Altersvergesslichkeit in Zukunft
einmal rückgängig gemacht werden könnte.

London/Wien - Zugegeben, der Kalauer ist auch nicht mehr ganz jung: "Das Alter hat zwei Nachteile", sagt der rüstige Senior: "Der erste ist das Nachlassen des Gedächtnisses. Und den zweiten habe ich vergessen." Forscher der Universität Yale in den USA haben nun herausgefunden, woran es liegt, dass im Laufe unseres Lebens die Erinnerungsfähigkeit immer stärker schwindet. Und sie bereiten klinische Tests eines Wirkstoffs vor, der die Altersvergesslichkeit rückgängig machen könnte.

Gebremstes Signlafeuer bei älteren Gehirnen

Bekannt ist, dass ältere Gehirne schwächere Ver­bindungen in ihren Nervenbahnen haben und ihre Nervenzellen (Neuronen) weniger oft Signale abfeuern. Dadurch vergessen ältere Menschen eher Dinge als jüngere. Neurowissenschafter und Psychologen um Amy Arnsten sind nun dem zellulären Mechanismus in Versuchen mit Affen verschiedenen Alters auf den Grund gegangen.

Im Zentrum des Interesses stand dabei der präfrontale Cortex, also der vordere Bereich der Großhirnrinde, der für ein funktionierendes Gedächtnis hauptverantwortlich ist. Dieser "Arbeitsspeicher" hilft aber nicht nur, sich an Dinge des alltäglichen Lebens zu erinnern. Er ist auch für abstraktes Denken, für Multitasking oder das Unterdrücken von unangebrachten Gedanken zuständig.

Dieser Speicher muss jedoch ständig aktualisiert werden, weshalb die Neuronen ständig feuern, um Informationen "frisch" zu halten. Wie die Forscher im britischen Wissenschaftsmagazin Nature (online) berichten, ist bei älteren Versuchstieren dieses Signalfeuer jedoch erheblich gebremst. Der Grund dafür: Im präfrontalen Cortex sammeln sich bei älteren Gehirnen sogenannte cAMP-Moleküle an. Diese Signalmoleküle schwächen das Neuronenfeuer, indem sie Kanäle in den Wänden von Nervenzellen öffnen, durch die die Ionen, also elektrisch geladene Teilchen, dringen.

Quelle: YouTube, Video "How Memory is Lost - and Found"

In weiteren Testreihen schufen die Forscher für die älteren Nervenzellen ein neurochemisches Umfeld, das jugendlichen Gehirnen ähnelte - und siehe da: Das Feuern der Neuronen nahm wieder zu. Zur Wiederher­stellung dienten Substanzen, die cAMP-Moleküle unterdrückten oder die Ionenkanäle blockierten.

Eine davon war der Wirkstoff Guanfacine, der bereits für Bluthochdruck bei Erwachsenen und Aufmerksam­keitsdefizit bei Kindern zugelassen ist. Klinische Tests mit älteren Versuchspersonen, die weder an Alzheimer noch anderen Demenzen leiden, sind bereits in Vorbereitung.


Dieser Artikel wurde von Der Standard (Printausgabe 28.07.2011) veröffentlicht und ist unter http://derstandard.at/1310512312326/Gehirnforschung-Warum-wir-im-Alter-vergesslich-werden abrufbar.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Mehr Speicher für das Hirn

Speicher-Erweiterung fürs Gehirn?

Forscher der University of South California haben einen Chip kreiert, der das Gedächtnis von Ratten erweitert. Wie bei einer Festplatte, die an einen Computer angeschlossen wird, konnten sich die Ratten an Dinge erinnern, die sie zuvor auf dem Chip gespeichert hatten. Beim Ausschalten des Chips vergaßen sie das Erlernte wieder.

Die Technik soll nun an Affen getestet werden und könnte später im Kampf gegen Alzheimer eingesetzt werden.



Dieser Artikel wurde von OÖ Nachrichten (2011-06-22) veröffentlicht und ist unter http://www.nachrichten.at/ratgeber/digital/art122,655820 abrufbar.